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Hernals
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Hernals ist der 17. Wiener Gemeindebezirk. Er wurde 1892 aus den selbstĂ€ndigen Gemeinden Hernals, Dornbach und Neuwaldegg gebildet und zĂ€hlt rund 56.000 Einwohner. Der Bezirk wird von seinen Bewohnern vor allem wegen seiner gleichzeitigen NĂ€he zum Stadtzentrum (UniversitĂ€ts- und Rathausviertel, Altes und Neues AKH) und zu Naherholungsgebieten (Schwarzenbergpark, Schafberg, Kongresspark und -bad) geschĂ€tzt. FĂŒr Hernals charakteristisch ist eine starke demographische Durchmischung, die sich in der Unterschiedlichkeit der Bezirksteile widerspiegelt. So finden sich im Bezirk hoch- und spĂ€tgrĂŒnderzeitlich geprĂ€gte Viertel neben kommunalen Wohnhausanlagen, Cottagevierteln und alten Ortskernen.
Contents
âą Geographie
âą Topographie
âą Bezirksteile
⹠FlÀchennutzung
âą Bezirkswappen
âą Geschichte
âą Demographie
âą Religion
âą Politik
âą Parks
âą Verkehr
âą Wirtschaft
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Dokumentarfilme
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geographie
Topographie
Der Bezirk Hernals liegt im Nordwesten des Wiener Stadtgebietes im Ăbergangsbereich der Alpen zum Wiener Becken. Mit 11,35 kmÂČ FlĂ€che (rund 2,7 % der FlĂ€che Wiens) ist es der zehntgröĂte Wiener Gemeindebezirk. Das Bezirksgebiet erstreckt sich entlang des Verlaufs der heute kanalisierten Als zwischen dem Wienerwald und dem GĂŒrtel. Die Als ist nach dem Wienfluss der zweitlĂ€ngste Bach, der aus dem Wienerwaldgebiet in die Donau flieĂt. Höchste Erhebung des Bezirkes ist der Heuberg mit 464 Metern, ein bekannter Wetterwinkel. Hernals verfĂŒgt ĂŒber mehrere ökologische Schutzgebiete. Das Landschaftsschutzgebiet Hernals umfasst im Wienerwald 5,93 kmÂČ und nimmt 52,3 % der BezirksflĂ€che ein. Kleinere, sogenannte Ăkologische EntwicklungsflĂ€chen, liegen auf der Franz Glaser-Höhe und im Bereich Stefan-Zweig-Platz/Korngasse.cite-ref-3[3]
Der Bezirk ist heute durch groĂe Unterschiede zwischen seinem Ost- und seinem Westteil gekennzeichnet. WĂ€hrend die östlichen, zentrumsnahen Bezirksteile (Hernals sowie das angrenzende Dornbacher Frauenfeld), die auf einem Sechstel des Bezirksgebietes rund drei Viertel der Bezirksbevölkerung aufnehmen, durch grĂŒnderzeitliche Bebauung und hohe Einwohnerdichte gekennzeichnet sind, finden sich im Westteil (Dornbach, Neuwaldegg, Heuberg) Villenviertel, alte Dorfkerne und Gemeindebauten in GrĂŒnruhelage, mitunter auch WeingĂ€rten.
Die hauptsĂ€chliche Verkehrs- und Entwicklungsachse des Bezirks ist die auf einen römischen Verkehrsweg zurĂŒckgehende Hernalser HauptstraĂe, die im weiteren Verlauf Richtung Wienerwald Dornbacher bzw. Neuwaldegger StraĂe genannt wird und in die L120 nach Tulln mĂŒndet. Die Grenzen zu den Nachbarbezirken WĂ€hring und Ottakring verlaufen vor allem im zentrumsnahen Bereich oft mitten durch dicht verbautes Gebiet.
Bezirksteile
Die ursprĂŒnglich selbstĂ€ndigen Vororte Hernals, Dornbach und Neuwaldegg wurden im Jahr 1892 eingemeindet und bilden heute den 17. Bezirk. Die Grenzen der ehemaligen Gemeinden haben sich heute noch in den Grenzen der drei bestehenden, gleichnamigen Katastralgemeinden erhalten, wobei Hernals den dicht verbauten Osten und Neuwaldegg den bewaldeten Nordteil des Bezirksgebietes einnimmt. Dornbach, das den SĂŒdwesten des Bezirksgebietes einnimmt, besteht aus einem dichter verbauten Gebiet im Osten und dem Waldgebiet des Heubergs im Westen.
Eine Gliederung des Bezirksgebiets besteht ferner in den ZĂ€hlbezirken der amtlichen Statistik, in denen die ZĂ€hlsprengel des Gemeindebezirks zusammengefasst sind. Die sechs ZĂ€hlbezirke in Hernals sind Dornerplatz, Alt-Hernals, ĂuĂere Hernalser HauptstraĂe, Alszeile, Dornbach und Neuwaldegg. Die Grenzen der ZĂ€hlbezirke Dornbach und Neuwaldegg stimmen jedoch nicht mit jenen der gleichnamigen Katastralgemeinden ĂŒberein. Der ZĂ€hlbezirk ĂuĂere Hernalser HauptstraĂe befindet sich beiderseits der Grenze zwischen den Katastralgemeinden Hernals und Dornbach, die ungefĂ€hr im Bereich der Vorortelinie verlĂ€uft.
FlÀchennutzung
Die BauflÀche von Hernals umfasst 29,7 % (wienweit 33,3 %) der BezirksflÀche. Der Anteil der WohnbauflÀche am gesamten Bauland betrÀgt 90,9 % (zweithöchster Anteil in Wien). Dementsprechend ist der Anteil der Betriebsbaugebiete (2,8 % der BauflÀche) sowie der FlÀchen, die dem kulturellen, religiösen, sportlichen oder öffentlichen Bereich dienen (5,4 %), gering.
GrĂŒnflĂ€chen nehmen in Hernals 59,6 % der BezirksflĂ€che ein, womit Hernals der drittgrĂŒnste Bezirk ist. 66,5 % der GrĂŒnflĂ€che entfallen auf WĂ€lder, 12,1 % auf Wiesen und 11,4 % auf KleingĂ€rten. Sport- und FreizeitflĂ€chen (3,7 %) und landwirtschaftliche NutzflĂ€chen (2,4 %) nehmen nur einen geringen Umfang der Hernalser GrĂŒnflĂ€chen ein. Das einst bedeutende Weinbaugebiet ist bis auf einen letzten Rest am Kleinen Schafberg verschwunden.
Der Anteil der VerkehrsflÀchen am Bezirksgebiet ist mit 10,3 % sehr gering, GewÀsser nehmen 0,4 % des Bezirksgebietes ein.cite-ref-ma5fl-che-4-0[4]
| BauflĂ€che | BauflĂ€che | BauflĂ€che | GrĂŒnflĂ€che | GrĂŒnflĂ€che | GrĂŒnflĂ€che | GrĂŒnflĂ€che | GrĂŒnflĂ€che | GrĂŒnflĂ€che | GewĂ€sser | VerkehrsflĂ€chen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 336,9 | 336,9 | 336,9 | 675,91 | 675,91 | 675,91 | 675,91 | 675,91 | 675,91 | 4,01 | 117,01 |
| Wohnbau | Betriebsgebiet | öffentliche Einrichtungen | Landwirtschaft | Parks | WÀlder | Wiesen | KleingÀrten | Freizeit-FlÀchen | | |
| 306,11 | 9,55 | 18,25 | 15,88 | 27,21 | 449,4 | 76,88 | 81,48 | 25,05 | | |
Nachbarbezirke und Nachbargemeinden
Der Bezirk Hernals grenzt im Nordwesten an die niederösterreichische Gemeinde Klosterneuburg. Im Westen grenzt Hernals zudem an den 14. Bezirk, Penzing, wobei die Bezirksgrenze entlang des Dornbachs und der AmundsenstraĂe verlĂ€uft. Die sĂŒdliche Bezirksgrenze gegenĂŒber dem 16. Bezirk, Ottakring, liegt zunĂ€chst im Waldgebiet zwischen Heuberg und Gallitzinberg und verlĂ€uft im Anschluss in östlicher Richtung durch verbautes Gebiet bis zum GĂŒrtel, der Hernals im Osten vom 8. Bezirk, Josefstadt, und vom 9. Bezirk, Alsergrund, trennt. Im Norden verlĂ€uft die Bezirksgrenze gegenĂŒber dem 18. Bezirk, WĂ€hring, durch dicht verbautes Gebiet und entlang des HöhenrĂŒckens des Schafbergs. Im Nordwesten grenzt Hernals auch an den 19. Bezirk, Döbling, bzw. dessen Bezirksteil Salmannsdorf.
Seit den 1990er Jahren kam es fĂŒnfmal zu kleineren Ănderungen bei den Bezirksgrenzen. 1990 wurde die Grenze zu WĂ€hring im Bereich zwischen Czartoryskigasse und HerbeckstraĂe verschoben, was fĂŒr Hernals einen kleinen Gebietsverlust bedeutete.cite-ref-5[5] Im Bereich SavoyenstraĂe, WilhelminenstraĂe und OberwiedenstraĂe gewann Hernals 1992 ein kleines unbebautes Gebiet vom Gemeindebezirk Ottakring dazu.cite-ref-6[6] 1995 erhielt Hernals von WĂ€hring im Bereich HöhenstraĂe, Keylwerthgasse und Salmannsdorfer StraĂe ein Wohngebiet zugeschlagencite-ref-7[7] und 1998 wurde die Grenze zu Ottakring (im Bereich Spinozagasse zwischen SteinmĂŒllergasse und RosenackerstraĂe)cite-ref-8[8] ein StĂŒck Richtung Norden verschoben. Die bislang letzte GrenzĂ€nderung erfolgte 2001 im Bereich des Kongressparks, der seitdem vollstĂ€ndig auf Ottakringer Gebiet liegt.cite-ref-9[9]
Bezirkswappen
âą Die obere HĂ€lfte des Wappens ist Hernals gewidmet und zeigt eine blaue Weintraube auf rotem Grund. Das Wappen von Hernals steht dabei fĂŒr die ehemalige Lebensgrundlage der Hernalser Weinbauern.
âą Der vom Betrachter aus gesehen linke (heraldisch rechte) untere Teil des Wappens reprĂ€sentiert den Ort Dornbach durch zwei silberne, gekreuzte SchlĂŒssel auf goldenem Grund. Die SchlĂŒssel symbolisieren dabei das Benediktiner-Stift Sankt Peter in Salzburg, das die Grundherrschaft ĂŒber Hernals innehatte.
âą Die rechte untere Seite ist wiederum Neuwaldegg gewidmet, wobei das dargestellte HĂ€uschen mit zwei BĂ€umen auf einer grĂŒnen Wiese mit Weg den ehemaligen Herrensitz symbolisiert.
Geschichte
Das Werden eines GroĂstadtbezirks (1892â1914)
Der 17. Wiener Gemeindebezirk, Hernals, entstand durch die 1890 vom Niederösterreichischen Landtag beschlossene und mit 1. JÀnner 1892 wirksam gewordene Eingemeindung der vormals unabhÀngigen Vorortgemeinden Hernals, Dornbach und Neuwaldegg, deren Geschichte bis zur Vereinigung mit Wien in den entsprechenden Lemmata behandelt wird.
Die LĂ€ngsform des 1890 geschaffenen Bezirks in West-Ost-Richtung (74.657 Einwohner) entspricht der traditionellen Besiedlungsachse entlang der Als und ihren NebengewĂ€ssern, die allerdings nach 1870 durch Einwölbungen sukzessive aus dem Ortsbild verschwanden. Die Vorortgemeinde Hernals war nicht nur die bei weitem bevölkerungsreichste der drei eingemeindeten und deshalb namensgebend, sondern mit 70.933 Einwohnern auch die nach Wien gröĂte Gemeinde Niederösterreichs. Sie war aber lĂ€ngst mit den Ă€hnlich bevölkerungsreichen Nachbargemeinden Ottakring, Neulerchenfeld (beide nun 16. Bezirk) und WĂ€hring (nunmehr 18. Bezirk) zu einer Vororteagglomeration zusammengewachsen, die fast eine Viertelmillion Einwohner zĂ€hlte.
Nach der Eingemeindung wurden die BesiedlungslĂŒcken zwischen Hernals und Dornbach durch den Neubau von ZinshĂ€usern im spĂ€tgrĂŒnderzeitlichen Raster zwischen Rosensteingasse und GĂŒpferlingstraĂe geschlossen. Dadurch entstand ein neuer, dichtbesiedelter Stadtteil (ĂuĂeres Hernals) beiderseits einer als Allee ausgestalteten HauptstraĂe, dessen rĂ€umliche und bauliche Struktur sich vom frĂŒh- und hochgrĂŒnderzeitlich geprĂ€gten inneren Hernals (auch: Alt-Hernals) unterscheidet.
Zu den weiteren wesentlichen Neuerungen im Jahrhundertwende-GroĂstadtbezirk Hernals zĂ€hlten die Abtragung des Linienwalls, die Demolierung bekannter VergnĂŒgungsetablissements in seinem Umfeld zugunsten des Ausbaus des GĂŒrtelboulevards und des Baus der GĂŒrtellinie der Wiener Dampfstadtbahn (ab 1925 Wiener Elektrische Stadtbahn, heute U6), der Bau der Vorortelinie (ehemals Dampfstadtbahn, heute S45), die Verlegung des Hernalser Markts auf den heutigen Zimmermannplatz (9. Bezirk) sowie die Eröffnung des ersten kommunalen Hallenbads (Jörgerbad).
Rotes Wien, Faschismus und Wiederaufbau (1918â1955)
Zur Regierungszeit der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei im sogenannten Roten Wien wurde in Hernals nach dem Ersten Weltkrieg besonders der kommunale Wohnbau forciert. 1922 wurde nach dem Entwurf von Karl Ehn in der Balderichgasse der erste Gemeindebau mit 164 Wohnungen errichtet. Der gröĂte in Hernals errichtete Gemeindebau der Zwischenkriegszeit war der 1929 ĂŒbergebene im nördlichen Bereich der Wattgasse mit 294 Wohnungen. Wegen ihrer bemerkenswerten Architektur bekannt sind auch der 1924 / 1925 nach PlĂ€nen von Josef Frank errichtete Wiedenhoferhof am Kongressplatz und der Holyhof (1928 / 1929) des Wagner-SchĂŒlers Rudolf Perco. Aufgrund des finanziellen Drucks der Bundesregierung ging der Wohnbau schlieĂlich stark zurĂŒck; der Anteil der Gemeindewohnungen in Hernals blieb mit 1.467 Wohnungen unter dem Wiener Durchschnitt.
Nach dem Schattendorfer Urteil kam es auch in Hernals zu Unruhen, am 15. Juli 1927 wurde die Polizeiwachstube in der Hernalser HauptstraĂe 158 von aufgebrachten Demonstranten gestĂŒrmt. Diese schleppten das Inventar der Wachstube auf die StraĂe und zĂŒndeten es an. Zwei durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogene AlleebĂ€ume wurden spĂ€ter als RevolutionsbĂ€ume gepflegt, gingen jedoch Mitte der 30er Jahre ein. Die Unruhen gingen am 16. Juni weiter, fĂŒnf Menschen starben an diesem Tag in Hernals.
Die FebruarkĂ€mpfe 1934 fanden hingegen abseits von Hernals statt. Durch das Verbot der Sozialdemokraten wurde jedoch die Bezirksvertretung obsolet und von der StĂ€ndestaatsdiktatur ein neuer Bezirksvorsteher eingesetzt. Von MĂ€rz 1938 an fand in der Zeit des Nationalsozialismus in Hernals wie in ganz Wien die Entrechtung, Beraubung, Vertreibung bzw. Deportation der jĂŒdischen Wiener statt. Der Deportation nach Osten folgte oft der Mord.
Der Zweite Weltkrieg endete in Hernals mit dem Einmarsch der Roten Armee am 7. April 1945. Sowjetische Soldaten blieben bis Ende August 1945 in Hernals, mit 1. September 1945 wurden sie von amerikanischen Besatzungstruppen abgelöst. Neben dem Wiederaufbau der zerstörten HÀuser galt das Hauptaugenmerk dem Bau neuer Wohnungen. Allein bis 1955 wurden in Hernals 1.050 kommunale Wohnungen vergeben, bis 1991 kamen 2.948 weitere Wohnungen hinzu.
Hernals seit 1955
In der Nachkriegszeit kam es infolge der Massenmotorisierung und ihren Begleiterscheinungen zu einer dramatischen Abwertung der GrĂŒnderzeitviertel westlich des GĂŒrtels. Das fĂŒhrte im Zusammenhang mit einer Suburbanisierung und dem Zuzug von zumeist einkommensschwachen Zuwanderern in abgewohnte Substandardwohnungen zur Wahrnehmung dieser Stadtregion als urbane Problemzone. Auch die Hernalser HauptstraĂe, die wichtigste GeschĂ€ftsstraĂe und traditionelles Nahversorgungszentrum der Hernalser, begann unter dem Konsum- und MobilitĂ€tswandel zu leiden, was sich in einem steigenden GeschĂ€ftsleerstand niederschlug.
Seit den 1980er Jahren sind allerdings in manchen Bereichen positive Entwicklungen zu verzeichnen. Auf kulturellem Gebiet brachte die Eröffnung der Veranstaltungsorte Kulisse und Metropol Impulse, die stadtweit wahrgenommen wurden und den Ruf von Hernals als kulturelle WĂŒste zumindest relativierten. Die Gegend um den Elterleinplatz profitierte im selben Jahrzehnt von der Errichtung eines âBezirkszentrumsâ nach PlĂ€nen des bekannten Architekten Harry GlĂŒck. 1986 eröffnet, vereint es in einem HĂ€userblock Amtshaus, Volkshochschule, StĂ€dtische BĂŒcherei, ein ebenerdiges Einkaufszentrum, eine Tiefgarage sowie 111 Gemeindewohnungen. FĂŒr die hinteren Bezirksteile wirkte sich hingegen die Reaktivierung (1987) der Vorortelinie der Wiener Stadtbahn als Schnellbahnlinie S45 positiv aus, vor allem seit der 1998 ermöglichten Anbindung an die U3 ĂŒber die zeitnah erreichbare Nachbarstation Wien Ottakring. Im selben Gebiet kam es seither zu einer Verdichtung durch meist private BautĂ€tigkeit (mit Ausnahme des Bruno-Kreisky-Hofs), die eine Deindustrialisierung dieser vormals funktional gemischten Gegend am Rand der Wiener Kernstadt begleitet.
Zur Jahrtausendwende trat auch im WestgĂŒrtelbereich ein von umfassenden Regenerationsprojekten losgetretener Wandel ein, der zu nicht unbetrĂ€chtlichen Teilen von EU-Geldern getragen wurde. In den GĂŒrtelbögen der Stadtbahn, im Yppenplatzviertel und entlang der Ottakringer StraĂe etablierte sich eine Kunst- und Lokalszene, die das Gebiet fĂŒr Alternative wie auch junge Menschen mit Migrationshintergrund aus dem frĂŒheren Jugoslawien interessant machte. Der mit dieser Aufwertung verbundene Wohnkostenanstieg machte sich zuerst im benachbarten Ottakring, zuletzt auch im angrenzenden Hernals bemerkbar, dessen Image als abgewohnter AuĂenbezirk nun im Wandel begriffen ist. Im Zusammenhang mit der Reurbanisierung Wiens, die in den letzten Jahrzehnten zu einer Revitalisierung der Innenbezirke gefĂŒhrt hat (und zu einer damit verbundenen sozio-ökonomischen Polarisierung), gewinnt auch Hernals wegen seiner ZentrumsnĂ€he, einer guten öffentlichen Verkehrsanbindung, seiner NĂ€he zu NaherholungsrĂ€umen und vergleichsweise moderaten Wohnkosten an PopularitĂ€t.
Die wichtigen Verkehrsknotenpunkte Elterleinplatz (gemeinsam mit dem BartholomĂ€usplatz um die Kalvarienbergkirche als âZentralraum Hernalsâ bezeichnet) und das Umfeld des Bahnhofs Wien-Hernals wurden 2008/10 und 2014/5 umgestaltet. In der nĂ€heren Zukunft werden beide Verkehrsknotenpunkte zudem von einer Anbindung ans U-Bahn-Netz (U5-Station Elterleinplatz) bzw. eine VerlĂ€ngerung der S45 ins wichtige Stadtentwicklungsgebiet entlang des Handelskais profitieren (siehe Donau City und Campus WU). Die positiven Entwicklungen der letzten Jahre dĂŒrfen aber nicht ĂŒber ungelöste Strukturprobleme hinwegtĂ€uschen. Der Hernalser HauptstraĂe etwa gelingt der Spagat zwischen zentraler BezirksgeschĂ€ftsstraĂe und von Durchzugsverkehr geprĂ€gter AusfallstraĂe schon lange nur bedingt. Dem hohen Verkehrsaufkommen entlang dieser Hauptachse des Bezirks ist auch die mangelnde AufenthaltsqualitĂ€t im öffentlichen Raum geschuldet. Im zentrumsnahen Gebiet von Hernals ist zudem der Mangel an GrĂŒn- und NaherholungsrĂ€umen akut. Auch die Ăberbelastung der StraĂenbahnlinie 43, die entlang der Hauptachse des Bezirks den Wienerwald mit dem Stadtzentrum verbindet, kann durch Taktverdichtungen nur mehr zeitweise abgeschwĂ€cht werden.
Demographie
Bevölkerungsentwicklung
Bei seiner Bildung Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Bezirk Hernals 74.696 Einwohner. Bis zum Jahre 1910 wuchs die Bevölkerung um ĂŒber 60 Prozent auf 103.000 an. In der Folge setzte jedoch in der Bevölkerungsentwicklung eine Schrumpfung ein, die bis 2001 angehalten hat. Nur in den 1980er Jahren gab es ein leichtes Bevölkerungswachstum in Hernals, bis zur letzten VolkszĂ€hlung 2001 schrumpfte die Wohnbevölkerung aber erneut auf nun 47.610. Seit 2001 wird nun wie in den anderen Bezirken ein Bevölkerungswachstum festgestellt. Die MA18 (Stadtentwicklung und Stadtplanung) prognostiziert eine Bevölkerungsentwicklung von 50.867 Personen (2005) auf 65.589 (2035), also einen Zuwachs von 14.722, der primĂ€r in den GrĂŒnderzeitvierteln zwischen GĂŒrtel und Vorortelinie stattfinden könnte.cite-ref-12[12] Anfang 2025 lag die Bevölkerungszahl bei 56.767.
Bevölkerungsstruktur
Die Bevölkerungsstruktur in Hernals spiegelt groĂteils den Wiener Durchschnitt wider. 21,4 Prozent der Hernalser sind 60 Jahre alt oder Ă€lter, 52,8 Prozent der Bevölkerung sind weiblich. Mit 28,8 Prozent wesentlich höher als der Wiener Durchschnitt liegt hingegen der Anteil der AuslĂ€nder an der Bezirksbevölkerung. Den höchsten Anteil stellen dabei laut VolkszĂ€hlung 2001 mit 33,9 Prozent StaatsbĂŒrger aus Serbien und Montenegro vor TĂŒrken (14,7 Prozent) und Bosniern (9,7 Prozent).cite-ref-demograf-2001-13-0[13]
Von den 40.665 Bewohnern von Hernals, die 2001 ĂŒber 15 Jahre alt waren, haben 12,6 Prozent eine UniversitĂ€t, Fachhochschule oder Akademie als höchste Schulbildung abgeschlossen (wienweit: 11,8 Prozent). Weitere 15,6 Prozent haben eine Matura absolviert (wienweit: 15,7 Prozent), 35,5 Prozent hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule (wienweit: 39,2 Prozent) und 36,3 Prozent der Hernalser haben die Pflichtschule als höchsten Abschluss (wienweit: 33,2 Prozent).cite-ref-demograf-2001-13-1[13]
Das durchschnittliche Jahresnettoeinkommen eines Arbeitnehmers lag 2004 bei 17.768 Euro (Wien: 18.489 Euro), das eines Pensionisten bei 16.600 Euro (Wien: 16.412 Euro). Der mĂ€nnliche Bevölkerungsanteil verdiente 19.940 Euro netto (Pensionist: 19.780 Euro), hingegen verdiente die weibliche Bevölkerung nur 15.329 Euro netto (Pensionistin: 14.531 Euro). Insgesamt betrachtet liegt das Einkommen von Hernalser Arbeitnehmern zirka vier Prozent unter dem Wiener Durchschnitt, jenes der Pensionisten knapp darĂŒber.cite-ref-14[14]
Religion
Das Religionsbekenntnis der Hernalser verteilt sich folgendermaĂen: 47,4 Prozent sind römisch-katholisch, 23,4 Prozent ohne Bekenntnis, 9,4 Prozent orthodox, 9,4 Prozent islamisch, 4,1 Prozent evangelisch.cite-ref-demograf-2001-13-2[13] Die vier römisch-katholischen Pfarren im Gemeindebezirk bilden das Stadtdekanat 17.
Vor 1938 existierte in Hernals eine kleine jĂŒdische Gemeinde. Es gab zwar keine Synagoge, aber das Vereinsbethaus Gemilath Chesed (âMan ĂŒbt Gnadeâ) in der Thelemangasse 8, das 1929 gegrĂŒndet wurde. Der Obmann war Julius Krupnik und der Rabbiner Markus Leib Habermann. Das Vereinsbethaus wurde wie alle anderen jĂŒdischen Einrichtungen von den Nazis geschlossen und die Gemeindemitglieder entweder zwangsemigriert oder deportiert und ermordet.cite-ref-15[15] Heute befindet sich in der Thelemangasse 8 die kleine Sultanahmet Moschee.
Das GebĂ€ude Thelemangasse 8 sowie die Hausnummern 2, 4, 6 waren im Besitz der Eisenwarenfabrikanten Mandelbaum, die 1940 nach England fliehen mussten. Der Enkel vom GrĂŒnder Bernhard Mandelbaum ist der amerikanische Autor Frederic Morton (geboren als Fritz Mandelbaum), der in der Thelemangasse 8 aufwuchs und die Realschule BRG 17 besuchte.cite-ref-16[16]cite-ref-17[17]
Politik
Hernals wurde durch das Kurienwahlrecht an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert von der Christlichsozialen Partei regiert. Franz Helbling, der letzte BĂŒrgermeister von Hernals, wurde 1891 zum Bezirksvorsteher erkoren. Bei den ersten allgemeinen Wahlen errangen jedoch die Sozialdemokraten in Hernals mit 58 Prozent die absolute Mehrheit vor den Christlichsozialen (27 Prozent) und den tschechisch-slowakischen Sozialdemokraten. Diese VerhĂ€ltnisse blieben im Wesentlichen bis 1932 bestehen, jedoch verschwanden die Tschechoslowaken und die Nationalsozialisten legten 1932 auf Kosten der Christlichsozialen auf 17 Prozent zu. Als Bezirksvorsteher dominierte der Sozialdemokrat Anton Haidl von 1919 bis 1934 den Bezirk.
Bei den ersten Wahlen im November 1945 errang die SPĂ mit 57 Prozent wieder die absolute Mehrheit und stellt bis heute durchgehend den Bezirksvorsteher.
Am 24. MĂ€rz 2022 legte Ilse Pfeffer das Amt der Bezirksvorsteherin nach 20 Jahren zurĂŒck,cite-ref-18[18] Peter Jagsch wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung zum Bezirksvorsteher gewĂ€hlt und von BĂŒrgermeister Michael Ludwig angelobt.cite-ref-19[19] Bezirksvorsteher-Stellvertreterin wurde Alice Seidl.cite-ref-20[20]
Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten
Zeitgenössisches Kunstgeschehen
Hernals ist seit der GrĂŒnderzeit bekannt fĂŒr seine Etablissements und ein reges kulturelles auch untergrĂŒndiges, kulturelles Treiben, heute vor allem Heimat einer groĂartig vielfĂ€ltigen kĂŒnstlerischen Szene. Nicht zuletzt hoher LebensqualitĂ€t und gĂŒnstigen Mietpreisen zum Grunde, sind hier besonders viele junge Menschen angesiedelt.
Ein Kulturnetz Hernals (KNH)cite-ref-21[21] wurde 2011 als Plattform und Forum fĂŒr eine nachhaltige kulturelle Vernetzung von kĂŒnstlerischen Potentialen gegrĂŒndet.cite-ref-22[22]cite-ref-23[23] Seither steht das Kulturnetz als freies und unabhĂ€ngiges Kunst- und Kulturforum fĂŒr die ErschlieĂung und Sichtbarmachung von rezentem kĂŒnstlerischen Geschehen in Hernals.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]cite-ref-27[27]cite-ref-28[28] ZunĂ€chst als mehrtĂ€giges interdisziplinĂ€res Festival konzipiert, bedient das Forum aktuell regional und international Residencies, vor allem multimediale Programmformatecite-ref-29[29] der Literatur,cite-ref-30[30]cite-ref-31[31]cite-ref-32[32] Filmkunst,cite-ref-33[33]cite-ref-34[34]cite-ref-35[35] Musikcite-ref-36[36]cite-ref-37[37]cite-ref-38[38]cite-ref-39[39] und Klanggestaltung, Formate aus der bildenden Kunst,cite-ref-40[40]cite-ref-41[41] Tanz- und Theaterproduktionen sowie Symposien zur Philosophie auch Diskussionskreise zur digitalen Anthropologiecite-ref-42[42] und vieles mehr.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]cite-ref-45[45]cite-ref-46[46] Die SpielstĂ€tte des Forums ist das in 60er Jahre Stilistik althergebrachte KulturcafĂ© Max,cite-ref-47[47]cite-ref-48[48]cite-ref-49[49]cite-ref-50[50] in der zur Hernalser HauptstraĂe parallel verlaufenden Mariengasse â unter Freunden des KĂŒnstlerforums als inoffizielles Kulturzentrum in Wien gehandelt.cite-ref-51[51]
Zu den StĂ€tten des zeitgenössischen Kunstschaffens und -konsums in Hernals zĂ€hlen weiters,cite-ref-52[52] die AtelierhĂ€user in der Wattgasse, Steinergasse, Veronikagasse, JörgerstraĂe, Hernalser HauptstraĂe, Thelemangasse und der Kunstraum Ewigkeitsgasse im Yppenplatzviertel, wo sich in unmittelbarer NĂ€he das Veranstaltungszentrum Brunnenpassage befindet. Das arteum beim Alszeilen-Markt versteht sich als Zentrum fĂŒr Bildhauerei in Hernals.
Theater und SpielhÀuser
Trotz des freien Arbeitergeistes, der umtriebige Voyeure und Voyeurinnen weckte, sowie fĂŒr die Freizeit eingerichtete NiederkĂŒnfte, hatten TheatergrĂŒndungen in Hernals in frĂŒher Zeit wenig Erfolg. FĂŒr das im Revolutionsjahr 1848 geschlossene JosefstĂ€dter Theater wurde in Hernals ein Sommertheater gegrĂŒndet, die Erste Wiener Nationalarena. Nach wenigen Jahren wurde das Theater aber geschlossen. Ebenso das 1966 gegrĂŒndete Dornbacher Theater musste nach nur sechs Monaten schlieĂen.
Das Etablissement Gschwandner ist ein VeranstaltungsgebĂ€ude an den Adressen Geblergasse 40 und Hernalser HauptstraĂe 41. Es war ab den 1830er Jahren ein Heurigenlokal und hat sich, wie auch die Bier- und Weinschenke âder Brandstetterâ, als eine der letzten vorstĂ€dtischen VergnĂŒgungsstĂ€tten des 19. Jahrhunderts erhalten. Es wurde im Jahr 2017 restauriert und folgend unter dem neuen Namen âReaktorâ wiedereröffnet. Das GebĂ€ude steht unter Denkmalschutz.
Kleinere Theater gab es auch in der Zwischenkriegszeit, so etwa an der Ecke DornbacherstraĂe/Vollbadgasse eine BauernbĂŒhne, die 1948 vom Theater in Dornbach (Inhaber: Schauspieler Manfred Hoffmann, 1913â1991) einer OperettenbĂŒhne, ĂŒbernommen wurde. Trotz ausverkaufter Vorstellungen musste das Theater wegen Geldproblemen bereits ein Jahr spĂ€ter schlieĂen. Heute beherbergt Hernals zwei wichtige und bekannte TheaterbĂŒhnen. Im traditionsreichen Wiener Metropol kommen Musicals, traditionsreiche Konzerte und Kabaretts zur AuffĂŒhrung, die Kulisse ist hingegen ein reines Kabaretttheater.
Museen und AusstellungshÀuser
In Hernals befinden sich das Wiener Schneekugelmuseum (Schumanngasse 87), das Fiakermuseum (Veronikagasse 12), das Wiener Ziegelmuseum (Guepflinggasse 33)cite-ref-53[53] und das Wiener Rettungsmuseum (Gilmgasse 18).
Das Bezirksmuseum Hernals (Hernalser HauptstraĂe 72â74) widmet sich der Geschichte des Bezirks. Schwerpunkte sind die BrĂŒder Schrammel, die Kalvarienbergkirche, der ehemals bedeutende Weinbau, die Belagerungen durch die Osmanen, die Hernalser Sonderrolle im Protestantismus sowie Schloss und Park Neuwaldegg. AnlĂ€sslich des 200. Todestags wurde 2001 eine permanente Sonderausstellung fĂŒr Feldmarschall Franz Moritz von Lacy eingerichtet.
SehenswĂŒrdigkeiten
Die wichtigsten SehenswĂŒrdigkeiten in Hernals sind die Kalvarienbergkirche und die Redemptoristenkirche. Im selben Zug genannt kommt das historische Jörgerbad und der Alszauberbrunnen mit Statuen eines Schrammel-Quartetts am Elterleinplatz. Wiens Ă€ltester Sportplatz, der Sportclubplatz (am Frauenfeld) befindet sich im Bezirksteil Dornbach. Im Bezirksteil Dornbach sind die Dornbacher Pfarrkirche, die Herz-Jesu-SĂŒhnekirche und die St.-Anna-Kapelle auĂerdem erwĂ€hnenswerte SchauplĂ€tze; im Bezirksteil Neuwaldegg das Schloss Neuwaldegg, die Manner-Villa und der Schwarzenbergpark.
Parks
Siehe auch: Liste der Wiener Parks und Gartenanlagen/Hernals
Hernals beherbergt den Ă€ltesten Landschaftsgarten Ăsterreichs, den Schwarzenbergpark in Neuwaldegg, der direkt in den Wienerwald ĂŒbergeht und rund 80 Hektar umfasst. Daneben finden sich in Hernals weitere kleine Parkanlagen wie der rund 17.000 Quadratmeter groĂe Lidlpark mit zahlreichen japanischen ZierkirschenbĂ€umen. Ăber weniger als 10.000 Quadratmeter FlĂ€che verfĂŒgen der Alexander-Lernet-Holenia-Park und der Josef-Kaderka-Park in Dornbach sowie der Pezzlpark in Hernals. Im MĂ€rz 2019 wurde in der Bezirksvertretungssitzung die Umbenennung des Lidlparks in Nöstlinger-Park und des Pezzlparks in Mortonpark beschlossen.cite-ref-ots-20190306-ots0191-54-0[54]
Der Hanslteich ist ein beliebtes Ziel fĂŒr SpaziergĂ€nger und AusflĂŒgler. Der Teich wurde zirka 1920 zur Eisgewinnung angelegt. Er wird vom Alserbach gespeist und ist von Wald und Wiese umgeben. Er ist frei zugĂ€nglich und wird zum Bootfahren genutzt.
Der 61.000 mÂČ groĂe Kongresspark in Ottakring grenzt direkt an Hernalser Gebiet.
Infrastruktur & Wirtschaft
Verkehr
Durch Hernals fĂŒhrt im Netz der Wiener S-Bahn die Bahnstrecke der Vorortelinie (S45), die im Bezirk mit der Station Wien Hernals eine Haltestelle besitzt. Unmittelbar jenseits der Grenze zum 9. Gemeindebezirk befindet sich die U-Bahn-Station Alser StraĂe der Linie U6. Die U5, die die Station Hernals an der Vorortelinie ĂŒber den Hernalser Elterleinplatz mit dem Rathaus und von dort ĂŒber die derzeitige U2-Strecke mit dem Karlsplatz verbinden soll, wird bis frĂŒhestens 2032 gebaut.cite-ref-55[55] Hernals ist auĂerdem durch StraĂenbahn- und Autobuslinien an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Als Hauptverkehrsader fungiert die Hernalser HauptstraĂe.
Im Ă€uĂersten Osten des Gemeindebezirks befindet sich ein mehrspuriger Teilabschnitt des StraĂenzugs des GĂŒrtels. Im Bezirksteil Neuwaldegg beginnt die durch die Berge des Wienerwalds verlaufende HöhenstraĂe. Auch die Wattgasse, die Hernals ĂŒber die Schmelz mit Schloss Schönbrunn und dem Wiental verbindet, ist eine wichtige Nord-SĂŒd-Verbindung.
Gesundheit und Sport
Einziges Krankenhaus in Hernals ist das 1935 von der Kongregation der Schwestern vom göttlichen Erlöser gegrĂŒndete Krankenhaus Göttlicher Heiland. DarĂŒber hinaus verfĂŒgt der Bezirk ĂŒber drei BĂ€der: das Schafbergbad (Freibad), das im Jahr 1914 im Heimatstil errichtete traditionsreiche Jörgerbad sowie das privat gefĂŒhrte Neuwaldegger Bad (Freibad), am Rande des Wienerwaldes. Mit dem Postsportplatz und dem Sportzentrum Marswiese bietet Hernals zwei StĂ€tten fĂŒr Freizeitsport. Der Wiener Sportclubsplatz in Hernals gilt ĂŒber dies mit seiner Eröffnung im Jahr 1904 als der Ă€lteste noch bespielte FuĂballplatz Ăsterreichs. In Hernals findet der Wiener Sportclub seinen Beginn.
Wirtschaft
Von den zahlreichen Industrie- und Gewerbebetrieben, die sich im Zuge der Industrialisierung im Bezirk gebildet hatten, haben sich nur wenige erhalten. Dies waren vor allem die Nahrungsmittelindustrie, das verarbeitende Gewerbe und die Leichtindustrie. Heute sind noch 350 bis 400 Betriebe in Hernals ansĂ€ssig. Insgesamt gibt es in Hernals 2.221 ArbeitsstĂ€tten mit 18.000 ArbeitsplĂ€tzen. Zwei Drittel fallen in den Dienstleistungsbereich, 23 Prozent auf Gewerbe und Industrie sowie 8 Prozent auf das Baugewerbe. Nur noch 120 Menschen sind in der ehemals bedeutenden Landwirtschaft (Weinbau) tĂ€tig. Fast die HĂ€lfte der ArbeitsstĂ€tten in Hernals hat vier oder weniger BeschĂ€ftigte. Die einzigen beiden Betriebe mit ĂŒber 500 BeschĂ€ftigten sind die SĂŒĂwarenfabrik Manner und das Krankenhaus Göttlicher Heiland, das mit 700 Mitarbeitern nunmehr gröĂter Arbeitgeber im Bezirk ist. Die wichtigste GeschĂ€ftsstraĂe ist die fast 3 Kilometer lange Hernalser HauptstraĂe.
StraĂen und PlĂ€tze
Die wichtigste StraĂe im StraĂennetz von Hernals ist die Hernalser HauptstraĂe. Sie bildet mit anderen StraĂen im Bereich des Verlaufs des Alserbachs (JörgerstraĂe, Dornbacher- und Neuwaldegger StraĂe sowie Alszeile westlich der Vollbadgasse) die Hauptverkehrs- und Entwicklungsachse des Bezirks. Zwischen GĂŒrtel und Sportclub-Stadion erfĂŒllt sie auch die Funktion der wichtigsten GeschĂ€ftsstraĂe im Bezirk (vor dem Elterleinplatz im Verbund mit der JörgerstraĂe). Danach sind die Kalvarienberggasse, die die Hernalser HauptstraĂe im Bereich des Elterleinplatzes quert, und die Ottakringer StraĂe an der Grenze zum sĂŒdlichen Nachbarbezirk im Hernalser GeschĂ€ftsleben bedeutend. Bei der Wattgasse, die Hernals mit Schönbrunn verbindet, ĂŒberwiegt die Verkehrsfunktion. Im ĂuĂeren Hernals gibt es einen fĂŒr Wien ungewöhnlich hohen Anteil von StraĂen im dichtverbauten Gebiet, die als Alleen mit seitlichen Baumreihen ausgestaltet sind (Ă€uĂere Hernalser HauptstraĂe, HeigerleinstraĂe, Roggendorfergasse, Alszeile, Zeillergasse, GĂŒpferlingstraĂe).
Die wichtigsten PlĂ€tze sind der Elterleinplatz, der als Zentrum von Hernals gilt und in direkter Nachbarschaft zum BartholomĂ€usplatz vor der Kalvarienbergkirche liegt, sowie der noch an einen Dorfplatz erinnernde Rupertusplatz in Alt-Dornbach und der als Verkehrsknotenpunkt in der Bezirksmitte wichtige Vorplatz des Bahnhofs Wien-Hernals. Unweit des Bahnhofs finden sich mit dem querrechteckigen Leopold-Kunschak-Platz vor dem Hernalser Friedhof und dem halbovalen Dr.-Josef-Resch-Platz (ehemals Frauenfelderplatz) bei der SĂŒhnekirche zwei eher ungewöhnliche, um 1900 konzipierte PlatzrĂ€ume mit AnklĂ€ngen ans Barockzeitalter. Der einst als Marktplatz genutzte Dornerplatz am Ganserlberg wird gerne fĂŒr Veranstaltungen genutzt. Auch der mehrheitlich in Ottakring gelegene Johann-Nepomuk-Berger-Platz wurde frĂŒher zu Marktzwecken verwendet. Der Clemens-Hofbauer-Platz, der Lorenz-Bayer Platz, der Stöberplatz und der Diepoldplatz sind fĂŒr die GrĂŒnderzeit typische rechteckige Park-PlĂ€tze im StraĂenraster.
Kulturelle Partnerschaften
Partnerbezirk von Hernals ist der japanische Ort Fuchƫ. Die im Lidlpark ausgebrachten ZierkirschenbÀume sind ein Geschenk des Bezirkspartners.
Persönlichkeiten
Zu den wichtigsten Hernalser KĂŒnstlern gehören die Musiker Johann und Josef Schrammel, die Schauspieler Josef Meinrad und Ewald Balser, der Dichter Ferdinand Sauter, der Schriftsteller Frederic Morton, der Kirchenmusiker Josef Venantius von Wöss, der Operettenkomponist Edmund Eysler, die Schauspielerin Marianne Schönauer, der Musiker Roland Neuwirth und der Musiker Hansi Lang. DarĂŒber hinaus lebten hier der Architekt Friedrich von Schmidt, der EiskunstlĂ€ufer Karl SchĂ€fer und der Unternehmer Josef Manner. Ein prominenter Einwohner des Bezirkes ist auch der als Bezirksobmann der SPĂ wirkende bekannte Politiker Josef Cap. Die (fiktive) Wiener Dirne Josephine Mutzenbacher soll auch aus Hernals kommen. Christine Nöstlinger wuchs ebenfalls in Hernals auf, einige ihrer BĂŒcher spielen in Hernals. Heimisch in Hernals ist auch der Lyriker und Ăbersetzer Hans Werner Sokop.
Siehe auch
Literatur
âą Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Ăsterreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, StĂ€dte, MĂ€rkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Wienerwald. 7 von 34 BĂ€nden. 2. Band: Gaaden bis Klosterneuburg. Schmidl, Wien 1831, S. 204 (Hernals in der Google-Buchsuche).
âą Evelyn Adunka, Gabriele Anderl: JĂŒdisches Ottakring und Hernals. Mandelbaum Verlag, Wien 2020, ISBN 978-3-85476-870-8.
âą Felix Czeike, Walter Lugsch: Studien zur Sozialgeschichte von Ottakring und Hernals (= Wiener Schriften. Heft 2). Jugend und Volk, Wien 1955, DNB 450855880.
âą Peter Diem, Michael Göbl, Eva Saibel: Die Wiener Bezirke. Ihre Geschichte â Ihre Persönlichkeiten â Ihre Wappen (= Perlen-Reihe. Band 1010). Deuticke, Wien / Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-85223-463-8.
âą Heike Krause, Martin Mosser, Christine Ranseder, Ingeborg Gaisbauer, Sylvia Sakl-Oberthaler: Hernals. Die archĂ€ologischen Ausgrabungen (= Wien archĂ€ologisch. Band 12). Phoibos Verlag fĂŒr Geisteswissenschaft, Wien 2016, ISBN 978-3-85161-153-3.
âą Helmut Kretschmer: Wiener BezirkskulturfĂŒhrer: XVII. Hernals. Jugend und Volk, Wien 1983, ISBN 3-224-16241-4.
âą Peter Ulrich Lehner: Verfolgung, Widerstand und Freiheitskampf in Hernals : Ereignisse, Gestalten, Orte, Spuren in einem Wiener Arbeiter-innenbezirk; ein Heimatbuch der anderen Art. Mandelbaum-Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-85476-802-9.
âą Carola Leitner: Hernals: Wiens 17. Bezirk in alten Fotografien. Ueberreuter, Wien 2007, ISBN 978-3-8000-7304-7.
âą Trude Neuhold: Wien-Hernals (= Reihe Archivbilder). Bildband mit ĂŒber 200 historischen Fotos. Sutton-Verlag, Erfurt 2008, ISBN 978-3-86680-349-7.
âą Rudolf Spitzer: Hernals. Zwischen GĂŒrtel und Hameau. Mohl, Wien 1991, ISBN 3-900272-39-5.
Dokumentarfilme
Der Bayerische Rundfunk drehte 1979 den Dokumentarfilm Der Tod im 17. Bezirk unter der Regie von Peter Miroschnikoff.
Weblinks
Commons
: Hernals
â Album mit Bildern
Wikivoyage: Wien/Hernals
â ReisefĂŒhrer
âą Offizielle Seite des Bezirks Hernals
âą Bezirksmuseum Hernals
Einzelnachweise
cite-note-11. Statistik Austria â Bevölkerung zu Jahresbeginn nach administrativen Gebietseinheiten (BundeslĂ€nder, NUTS-Regionen, Bezirke, Gemeinden) seit 2002 (ODS)
cite-note-22. Bezirksvertretungswahlen 2025
cite-note-33. â Magistratsabteilung 5 (MA5): Schutzgebiete 2006 (wien.gv.at (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive) [PDF; 4 kB]).
cite-note-ma5fl-che-44. â Magistratsabteilung 5 (MA5): Nutzungsarten nach Bezirken. 1997â2003 (wien.gv.at (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive) [PDF; 5 kB; 20. August 2007]).
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